Vorwort

Geleitworte

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Von Johannes Neudeck, Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit

Liebe Leserinnen und Leser,

Friedensbildung und Friedenserziehung sind essenzielle Bestandteile evangelischer Bildung. Ihnen muss im Unterricht und im Alltag von Schule, Gemeinde und Jugendarbeit ein fester Platz eingeräumt werden.

Ausgangspunkt für uns war ein Auftrag der Synode unserer Landeskirche, der eine solche Materialerstellung zum Inhalt hatte. Wir haben uns daraufhin unter der fachkundigen Leitung von Oberlandeskirchenrat Dr. Christoph Münchow zusammengesetzt, um in Arbeitsgruppen sowie in Gesprächen mit Akteuren und Fachleuten folgende Materialsammlung für die Praxis anzustoßen und zusammen zu stellen. Im Sommer 2011 übernahm OLKR Dr. Peter Meis als nachfolgender Dezernent die Leitung und den Abschluss des Projektes.

Die von uns ausgewählten Materialien zeigen auf der einen Seite die thematische Vielfalt und die verschiedenen Möglichkeiten, über das Thema Frieden ins Gespräch zu kommen. Es zeigt sich in der Mappe aber auch - oft schon jahrzehntelanges - kirchliches und zivilgesellschaftliches Engagement in unserem Land. Viele Angebote in dieser Materialsammlung sind nur möglich, weil Menschen sich immer wieder für dieses Anliegen, auch ehrenamtlich, einbringen. Dafür sei ihnen an dieser Stelle sehr herzlich gedankt, in besonderer Weise allen, die am Zustandekommen dieser Materialsammlung tatkräftig mitgewirkt haben.

Es ist uns ein besonderes Anliegen, die „vorrangige Option zur Gewaltfreiheit" und den Ansatz der gewaltlosen Konfliktlösung im Zusammenhang mit dem kirchlichen Engagement für Frieden und Versöhnung zu verdeutlichen. Eine der wesentlichen Grundlagen hierfür ist die Denkschrift der EKD aus dem Jahre 2007 „Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen".

„Die Kirche tritt für den Frieden in der Welt ein, indem sie zuallererst den Frieden Gottes bezeugt ... Jesus pries die Friedensstifter glückselig, „denn sie werden Gottes Kinder heißen" (Mt.5,9). Vor seinem Tod hinterließ er den Seinen zum Abschied seinen Frieden, der die Angst überwindet (Joh.14,27). Zum Wesen des Friedens Christi gehört es, gegeben und weitergegeben, geschenkt und bezeugt zu werden, damit immer mehr Menschen aus dem Frieden leben können." (siehe EKD-Denkschrift, Seite 28)

Wir waren und sind uns weiterhin im Klaren darüber, dass sich sowohl innerhalb als auch außerhalb des kirchlichen Raumes - auf unterschiedlichen Diskussionsebenen also - die biblischen und politischen Fragen der Friedensethik nicht einheitlich und abschließend beantworten lassen.

Es wäre sehr erfreulich und ermutigend, wenn diese Materialien in Schule und Gemeinde einen vielfältigen Gebrauch finden. Dies wünschen wir vor allem für die jüngere Generation. Gerade sie benötigt angesichts vielschichtiger Erfahrungen von Gewalt in Alltag und Medien eine Befähigung, um ihre Entscheidungen verantwortlich treffen zu können und engagierte „Friedenstreiber" werden zu können.

Mögen uns dabei die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium begleiten: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht." (Joh. 14, 27)

Johannes Neudeck
Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens

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